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Was bedeuten Ev,Tv, Av, Bv und Sv?

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Wer eine Canon-Kamera besitzt, den begegnen diese Begriffe ständig. Kommt dabei noch CHDK ins Spiel, wird der Umgang mit diesen Bezeichnungen noch wichtiger. Sie sind das Grundgerüst zur Ermittlung optimaler Werte beim Fotografieren. Um so mehr manuelle Einstellungen verwendet werden, desto mehr muss man sich auch mit diesen Angaben auseinandersetzen.

Zuerst wollen wir klären, welche Bedeutung diese Begriffe haben.

Ev
Exposure Value Belichtungswert (Lichtwert LW)
 LW=log2(Blendenzahl2/Belichtungszeit)
Tv Time Value Belichtungszeitwert Tv=log2 (1/Belichtungszeit)
Av Aperture Value Blendenwert Av=log2 Blendenzahl2
Bv Brightness Value Wert für die Objekthelligkeit Bv=log2 Bfl (Bfl ist Foot-Lamberts oder Candela (cd/m2))
Sv Sensitivity Value Wert für die Lichtempfindlichkeit Sv=log2 (0,3 S) (S ist die Filmempfindlichkeit)

Value (v) steht immer für einen numerischen Wert. Wir haben es also mit Mathematik zu tun. Deshalb können wir den Zusammenhang dieser Begriffe in Gleichungen darstellen. Diese folgen aber später.

Es sollte noch erwähnt werden, dass bei Kameras mit Tv- und Av-Modus auf den ersten Blick missverständliche Informationen eingeblendet werden. Im Tv-Modus wird Blendenautomatik und im Av-Modus wird Zeitautomatik angezeigt. Das ist aber korrekt. Hier werden je nach Modus Blende oder Zeit automatisch ermittelt.

Der Belichtungswert Ev wird häufig missverstanden, da er entweder als Belichtungskorrektur oder als Schrittweiten-Maßeinheit benutzt wird. Letztendlich steht das aber im Zusammenhang.

Bevor wir die weiteren mathematischen Zusammenhänge klären können, müssen wir einen Standard für die Maßeinheiten festlegen. Es ist ziemlich schwierig, Sekunden, Blendenzahl und andere Einheiten in Verbindung zu bringen. Deshalb haben sich kluge Köpfe ein einheitliches System ausgedacht, das APEX-System. Das additive System zur Fotografiebelichtung (engl. Additive System of Photographic Exposure APEX) ist ein mathematisches Verfahren zur Berechnung von Belichtungseinstellungen in der Fotografie auf der  Grundlage logarithmischer Basiswerte. Das Ziel ist die Berechnung von Belichtungsparametern anhand einfacher Additionsgleichungen. Einfach erklärt, wird hier beim Rechnen auf Einheiten verzichtet und der Basis-Wert 96 verwendet. Im Anhang des CHDK-Handbuches findet der Leser Tabellen, die die Zusammenhänge bestens darstellen.

Nun aber zu den Gleichungen, die die Abhängigkeiten zeigen:

Ev = Tv + Av
Ev = Bv + Sv

oder

Tv + Av = Bv + Sv

Die letztgenannte Gleichung bedeutet, dass die Summe aus Verschlusszeit und Blende der Summe aus der Objekthelligkeit und der Empfindlichkeit entsprechen muss. Ist das nicht der Fall, wird ein Foto entweder über- oder unterbelichtet.

Anhand der Verschlusszeit (Tv) soll die Basiszahl 96 erläutert werden. Um dies zu verdeutlichen, spricht man von Tv96. Die Bezeichnung fließt auch in die dazugehörigen CHDK- Skript-Befehle mit ein.

Üblicherweise wird eine Schrittweite von 32 benutzt. Deshalb spricht man auch von der 1/3-Schrittweite (32/96=1/3).  Verändert man den Wert in 32er-Schritten, erhalten wir die von der Kamera bekannten Verschlusszeiten.

Schauen wir in der genannten Tabelle nach, finden wir für eine Verschlusszeit von einer Sekunde den Tv96-Wert 0. Erhöhen wir den TV96-Wert auf 96, halbiert sich die Verschlusszeit auf 0,5 Sekunden. Verringert sich dieser Wert auf -96, verdoppelt sich die Verschlusszeit auf 2 Sekunden.

Der Blendenwert Av steht für eine bestimmte Blendenzahl. Je größer die Blendenzahl ist, desto kleiner (geschlossener) ist die Blende. Das gilt aber nur für Kameras mit Irisblende. Kameras ohne Irisblende (z.B. Ixus-Serie) haben einen ND-Filter. Dieser kann ein- und ausgeklappt werden, was annähernd einer großen und kleinen Blende entspricht.

Der Wert Bv für die Objekthelligkeit ist ein von der Kamera gemessener Betrag. Diesen kann man nur indirekt beeinflussen. Hier gilt die Regel, viel Licht führt zu geringen Verschlusszeiten.

Die Lichtempfindlichkeit Sv wird durch die ISO-Einstellung bestimmt. Hier können wir sagen, hohe ISO-Werte verkürzen die Verschlusszeit. Sie sind aber auch die Ursache für starkes Bildrauschen.

Kommen wir nun zum "Problemfall" Ev, der Belichtungseinheit. In vielen deutschen Beschreibungen zur Fototechnik wird auch von Lichtwert (LW) gesprochen. Zunächst wird davon ausgegangen, dass Sv (ISO-Wert) und Bv (Objekthelligkeit) feststehen. Damit können nur noch die Verschlusszeit Tv und/oder die Blende Av verändert werden. D. h., wird eine Belichtungskorrektur durchgeführt, beeinflusst das die Werte für Tv und/oder Av. Schaut man sich in diesem Zusammenhang die Exif-Daten, kann man eine Belichtungskorrektur daran erkennen, dass ein Ev-Wert abweichend von Null eingetragen wurde.

Warum und/oder? Meistens steht ein Wert fest. Dann wird nur ein Wert verändert. Befinden wir uns aber in Grenzbereichen, können auch beide Werte verändert werden. Das bekannteste Beispiel ist die so unliebsame Ein-Sekunden-Grenze der kompakten Canon-Kameras. Ist die Belichtungskorrektur so groß eingestellt, das diese Grenze erreicht wird, wird auch der Blendenwert geändert. Dieses Verhalten spürt man häufig bei Belichtungsreihen-Skripten.

Wir benutzen die Belichtungseinheit Ev aber auch als Schrittweitenangabe. Dies ergibt sich aus den zuvor beschriebenen Zusammenhängen. Gilt die Schrittweite für die Verschlusszeit, steht der Wert für die Blende fest. Umgekehrt verhält es sich genau so. Deshalb verwendet man bei der CHDK-Funktion "Reihen im fortl. Modus" die Schrittweite als Ev-Angabe für Tv- und Av-Reihen.

 

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